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Die Evolution lebt das Trial & Error-Prinzip seit über 4 Milliarden Jahren – erfolgreich? Das hängt sicher vom Auge des Betrachters ab. So manches ausgestorbenes Lebewesen könnte das anders sehen. smiley

Heute lade ich Sie zu einer tiefer gehenden Betrachtung zum Thema „Fehler“ ein. Brauchen wir wirklich immer Fehler um daraus zu lernen? Oder ist das eine Modeerscheinung, wie so manche andere Bewegungen zum Theme Unternehmenskultur?

Bilden Sie sich Ihre eigene Meinung, während Sie mich auf meiner Gedankenreise begleiten. Vielleicht sehen Sie das ein oder andere ähnlich? Vielleicht sehen Sei es aber auch ganz anders?

Es gibt kein richtig oder falsch - Kontroverse Diskussionen helfen uns, uns weiterzuentwickeln.

Was sind überhaupt Fehler? Dazu die offizielle Definition des Dudens (Link):

Etwas, das falsch ist

  1. sachlich, wie z. B. Rechtschreibfehler in einem Diktat
  2. irrtümliche Entscheidungen

Ein Mangel, eine schlechte Eigenschaft

  1. sachlich, wie z. B. ein Materialfehler in einem Porzellanteller
  2. eher persönlich, wie z. B. zu viel Alkohol trinken

Auch die alten Philosophen befassten sich schon mit dem Fehlerbegriff . So zum Beispiel Konfuzius: „Wer einen Fehler gemacht hat und ihn nicht korrigiert, begeht einen zweiten.“ Wenn wir dieses Zitat näher betrachten, geht es Konfuzius offensichtlich nicht darum, möglichst viele Fehler zu machen, sondern aus ihnen zu lernen. 

Die Betriebswirtschaft befasst sich ungefähr seit 40 bis 50 Jahren mit diesem Thema (spannend – passt zum ungefähren Beginn der New Work-Bewegung, siehe auch mein Beitrag vom 04. Mai 2017). Ein paar Beispiele dazu:

  • Die 1970er Jahre bringen neue  Herausforderungen in Richtung Automation. Es herrschte eine große Ungewissheit, was einen produktiven Umgang mit Fehlern und neuen Lernmethoden erforderlich machte.
  • In den 1990er Jahren prägten die Management-Schlagworte „innovatives Lernen“ und „Lernende Organisation“ die Diskussionen und Lehrbücher.
  • Bittere Erfahrung mit Fehlentscheidungen (auch so manchen Vertuschungen oder bewusstem Wegschauen) machten wir 2008/2009 in der Finanzkrise.

Was heißt das für uns heute?

Fehler gab es immer und wird es immer wieder geben. Aber gehört das als Freibrief in die Unternehmenskultur? Brauchen wir eine Fehlerkultur oder anders gefragt, was ist eigentlich eine „gute“ Fehlerkultur? Müssen also Fehler gemacht werden, damit wir überhaupt lernen können?

Ich glaube wir müssen diese Frage etwas differenzierter betrachten. Ein paar Gedanken dazu:

  • Buchen Sie die Fluglinie, die stolz ist auf die Fehler ihrer Piloten?
  • Applaudieren Sie der Feuerwehr, die beim Schlauch abrollen und anschließen Fehler macht, während ein Haus abbrennt?
  • Tolerieren Sie es, wenn die Werkstatt bei ihrer Bremsenreparatur am Auto fehlerhaft sein darf?
  • Fahren Sie ab und zu mal verkehrt auf die Autobahn?
  • Lassen Sie Ihr Kind in einem Krankenhaus behandeln, dass sich eine tolle Fehlerkultur ins Leitbild schreibt?

Die Betrachtungsweise von Prof. Dr. Fredmund Malik spricht mich persönlich hier an. Er sagt eindeutig, dass es keinen Freibrief geben darf, sondern dass es um den Umgang mit Fehlern grundsätzlich geht und darum, wo Fehler in Ordnung sind:

  • Ausbildung von z. B. Schülern, Mitarbeitern, Führungskräften, wo es um Lernprozesse geht.
  • Forschungs- und Entwicklungsbereiche, die in geschützten und kontrollierbaren Umfeldern experimentieren.
  • Agile Projekte z. B. in der IT, die Aufgaben sehr kleinteilig angehen und wodurch ein überschaubares Risiko entsteht.

Und wenn doch Fehler passieren? 

Dann braucht es eine professionelle „Fehlerkultur“. Nach Wikipedia ist Fehlerkultur die Art und Weise, Fehler zu betrachten, zu bewerten und mit ihnen umzugehen. Und auch hier gibt es drei Facetten:

  1. Normen und Werte: Der gelebte Umgang mit Fehlern – nicht das was auf Hochglanzbroschüren steht
  2. Soziale und methodische Kompetenzen im Umgang mit Fehlern
  3. Handwerkszeug und Instrumente für Ursachenanalyse, Maßnahmenableitung und –umsetzung um die Wiederholung des Fehlers zu vermeiden

Die Punkte 2 und 3 sind erlernbar bzw. Methoden bereitstellbar. Und da gibt es einige gute Dinge – die Automobilindustrie macht es seit Jahrzehnten vor. Der Knackpunkt liegt bei 1. Wenn ständig Regeln geändert werden, oder Vorgesetzte die Schuld an eigenen Fehlern den Mitarbeitern in die Schuhe schieben, oder ein ehrliches Wort in einem Kamingespräch mit dem Vorstand sofort über die Hierarchie zu Konsequenzen führen – Ihnen fallen bestimmt selbst noch Beispiele ein, dann schürt das Ängste und weitere Fehler. Und: Das zeigt auf, wo die echten Probleme liegen – nämlich im Vertrauen und somit an ganz klaren Führungsfehlern. 

Fazit: 
Die Basis für den professionellen Umgang mit Fehlern ist eine Vertrauenskultur. Das beginnt beim Vertrauen der Mitarbeiter in die Unternehmensführung und ist existenziell im Zusammenspiel zwischen Führungskraft und Mitarbeiter. Laufer* definiert Vertrauen so: „Vertrauen bedeutet, es als eher unwahrscheinlich einzuschätzen, benachteiligt oder getäuscht zu werden.“ 

Vertrauen kann demnach nicht verordnet werden, sondern muss entstehen. Sie können sich das wie einen Regelkreis vorstellen, der mit einem Vertrauensvorschuss der Führungskraft in Gang kommt. Lässt sich der Mitarbeiter darauf ein und pflegt die Führungskraft dauerhaft einen vertrauensvollen Umgang, wird das gegenseitige Vertrauen immer weiter wachsen: Vertrauen schafft Vertrauen. Und dann können wir aus Fehlern lernen, die trotz aller guten Arbeit nunmal dazu gehören wink

*Zitat aus: Hartmut Laufer, Grundlagen erfolgreicher Mitarbeiterführung, Gabal 2005

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Profil

Mein Berufsleben in einer Konzernwelt führte mich regelmäßig zu neuen Aufgabengebieten. Die damals wohl größte Herausforderung war der eher überraschende Sprung von der Mitarbeiterin/ Kollegin zur Führungskraft. Neben dem Knowhow in Sachen Führung wird plötzlich jede Menge Handwerkszeug für den Umgang mit zwischenmenschlichen Themen gefordert, das man nicht im Studium lernt.
 
Diese Themen waren schon immer mein Steckenpferd und ich habe mich kontinuierlich weiterentwickelt. Ich habe die Veränderungskurve mit allen Höhen und Tiefen selbst durchlebt, und zugegeben, auch zwischendurch durchlitten. Doch heute blicke ich zufrieden - und auch ein bisschen stolz - auf diese Zeit zurück.
 
Denn das war der Wendepunkt, um mein Leben selbst in die Hand zu nehmen und mich daran zu orientieren was ich wirklich will. Ich lade Sie ein, sich in meinem Blog inspirieren zu lassen und wünsche Ihnen viele gute Gedanken! Ihre Sandra Dundler

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